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Die neueste Meldung:
Datum: 27.01.2021, 20:10 Uhr
Stadtverwaltung informiert öffentlich über Sachstand der Rathaussanierung

Vorstellung verschiedener Varianten // Sanierung Rathaus mit Kulturzentrum plus Aufstockung wirtschaftlichste Variante

Im Haupt- und Finanzausschuss am 27. Januar 2021 informierte die Stadtverwaltung die Öffentlichkeit über den Sachstand der Rathaussanierung. Das markante Gebäude am Berliner Platz, Hauptsitz der Verwaltung und zugleich Kultur- und Bürgerzentrum, stammt aus den 70-er Jahren und ist sanierungsbedürftig. Ende 2019 zogen die Verwaltungseinheiten aus, seither läuft die Sanierung.

Hintergrund

Die von der Bocholter Stadtverordnetenversammlung beschlossene Sanierung des neuen Rathauses samt Kulturzentrum am Berliner Platz ist eines der größten und auch finanziell aufwendigsten Projekte der Stadt Bocholt. Trotz eindeutiger Beschlüsse in der Stadtverordnetenversammlung ist das Projekt insbesondere ein zentraler und kontroverser Gegenstand im Kommunalwahlkampf 2020 gewesen.

Durch eine intensive, aus Verwaltungssicht in Teilen spekulative Berichterstattung in den Medien ist das Projekt in der Öffentlichkeit insbesondere hinsichtlich seiner Kosten umstritten. Dies hat sich unter anderem auch durch eine Unterschriftenaktion „Gegen eine überteuerte Rathaussanierung“ gezeigt. Zudem werden aus dem politischen Raum immer wieder Forderungen laut, das Rathaus stillzulegen oder auch abzureißen. Diese Forderungen stehen gegen die bisher von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Grundsatzentscheidung.

Auch wenn die Stadtverwaltung der politischen Lenkungsgruppe regelmäßig über das aktuelle Projektgeschehen berichtet hat, wurde im Haupt- und Finanzausschuss insbesondere den neu gewählten Stadtverordneten, aber auch gerade der interessierten Öffentlichkeit der aktuelle Sachstand der Rathaussanierung umfassend erläutert. Gleichzeitig wurden auch denkbare Alternativen beleuchtet mit Darstellung der damit verbundenen Vor-und Nachteile.

Belastbare Kostenberechnung Mitte 2021 erwartet

Eine belastbare Kostenberechnung zur Rathaussanierung gibt es noch nicht. Diese wird erst, wie bereits von der Verwaltung angekündigt, Mitte 2021 erwartet. Der fehlende Fachplaner für die Haustechnischen Anlagen, welcher 2020 gekündigt wurde, fehlt noch im Planungsteam. Ein neuer Planer soll noch im Februar beauftragt werden.

Die Verwaltung gab nun Einblicke in den derzeitigen Arbeitsstand (August/2020) zu Kostenermittlungen und daraus ableitbare Kostenbausteine zur Rathaussanierung. Auch informierte sie über einen avisierten Gesamtkostenstand, soweit dies ohne den noch fehlenden Haustechnikplaner möglich ist. Derzeit liegt der Gesamtkostenstand bei rund 56 Mio. Euro und somit knapp 1 Mio. Euro über dem Gesamtbudget, wenn diese ebenfalls auf den Stand August/2020 indexiert würde.

Sanierung mit Kulturzentrum und Aufstockung aktuell wirtschaftlichste Variante

Unter den aktuell gegebenen Rahmenbedingungen und der bestehenden Unterschutzstellung ist die Sanierung des Rathauses mit Kulturzentrum und Aufstockung um ein weiteres Geschoss die deutlich wirtschaftlichste, am schnellsten umsetzbare Variante.

Dies wurde in Vergleichen und Varianten auch unter Betrachtung von diversen Neubau-Szenarien im Ausschuss erläutert.

Zum Vergleich: Ein alternativer Rathaus-Neubau ohne Stadttheater würde die Stadt rund 40 Mio. Euro Kosten, ein Neubau mit Stadttheater sogar rund 92 Mio. Euro. Aber: Aufgrund der Unterschutzstellung kämen dazu noch die für die Weiterverwertung des Denkmals notwendigen Grundsanierungskosten des Rathauses mit rund 25 Mio. Euro sowie die 3 Mio. Euro bereits verausgabte Kosten und gegebenenfalls Grundstückskosten.

Bei einem Verzicht auf das Stadttheater kämen somit für einen Neubau insofern rund 69 Mio. Euro zusammen, mit Theater sogar 121 Mio. Euro. Würde man sich trotz deutlich höherer Kosten trotzdem für einen Verwaltungsneubau entscheiden, könnte die Stadt einen solchen frühestens Anfang 2026 beziehen. Die aktuell geplante Inbetriebnahme eines sanierten Rathauses mit Stadttheater ist derzeit für Sommer 2023 geplant.

Auch der Entfall der Aufstockung und die Kompensation der Fläche mit einem Ersatzbau wurde untersucht. Dieser stellt sich aktuell im Vergleich mit der Rathaussanierung mindestens 2,5 Mio. teurer dar als die Sanierung mit Aufstockung. Das hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass in der Aufstockung knapp 100 Mitarbeiter-Arbeitsplätze eingeplant sind, welche durch Ersatzflächen in Höhe von 10-12 Mio. Euro zu kompensieren wären.

Bereits am Montag waren die Stadtverordneten über die Rathaussanierung von der Verwaltungsspitze informiert worden. Hier lag der Fokus im Wesentlichen auf der Schadstoffsanierung. 




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