Foto des Monats Juli Die Eisenbahnbrücke an der KaiserWilhelmStraße
01.07.2026 - Abkürzung für Fabrikarbeiter und Schulkinder. Foto aus 1979 zeigt Brücke aus den 30er Jahren Das Foto des Monats Juli 2026 aus dem Stadtarchiv Bocholt zeigt die historische Eisenbahnbrücke an der Kaiser-Wilhelm-Straße. Im Sommer 1933 entschloss sich die Reichsbahn zum Bau einer neuen Eisenbahnüberführung zwischen der Kaiser-Wilhelm-Straße und dem Mühlenweg. Dabei handelte es sich bei Weitem nicht um die erste Brücke dieser Art, welche hier gebaut wurde. Schon 27 Jahre vorher war an dieser Stelle eine erste Fußgängerbrücke errichtet worden.
Zur Vorgeschichte: Nachdem die Stadt Bocholt im Jahre 1878 an das Eisenbahnnetz angeschlossen worden war, ließ die Reichsbahn die Bahnhofsanlagen mehrfach erweitern. 1902 machte eine solche Maßnahme die Verlegung des Bahnüberganges zur Dingdener Straße erforderlich, und zwar in der Art, wie er sich heute noch darstellt. Vorher teilte sich die damalige Kaiserstraße in Höhe der heutigen Alfred-Flender-Straße, zweigte in diesem Bereich nach links ab und mündete beim Lokschuppen in den Mühlenweg. Nach der baulichen Veränderung mussten Radfahrer und Fußgänger nun einen weiteren Weg nehmen, um zum Fildeken oder zur dort befindlichen Spinnerei Ludwig Schwartz an der Rheinstraße zu gelangen.
Die im September 1906 gebaute Eisenbahnbrücke schuf hier Abhilfe, die den zahlreichen Fabrikarbeitern bei ihrem täglichen Gang nunmehr eine Abkürzung bot. Es soll sogar auch vorgekommen sein, dass Fahrradfahrer – statt den 500 Meter langen Umweg zu benutzen –, ihr Rad die Überführung hinauf- und auf der anderen Seite wieder heruntertrugen. Die Eisenbahnbrücke kam im Übrigen ebenso den zahlreichen Schulkindern zugute, die im Bereich der damaligen Sachsenstraße und des Mussumer Kirchwegs wohnten, um zügig und sicher zur 1910 eröffneten Fildekenschule zu gelangen.
Die Eisenbahnüberführung war insgesamt etwa 40 Meter lang. Ihre Treppenstufen an der Kaiser-Wilhelm-Straße lagen mit einer Zwischenplattform im rechten Winkel zum eigentlichen Übergang. Hinter dem 1988 abgerissenen Lokschuppen stieg man über einen parallel fortgesetzten Abgang wieder hinunter und erreichte sodann den Mühlenweg.
Diese erste Überführung war 1933 schon baufällig und wurde durch die besagte, einige Meter weiter südlich errichtete Neukonstruktion ersetzt, die man Mitte der 1980er Jahre nach längerer Sperrung wieder abbaute. Das Foto zeigt das technische Bauwerk von Süden im November 1979. Viele Fußgänger werden sich noch an den melodischen Klang auf der Brücke erinnern. Er wurde durch die Holzbohlen hervorgerufen, die sich im Übergang auf dem Eisen aneinanderreihten und bei schnelleren Schritten einen Widerhall erzeugten.
Foto: Stadtarchiv Bocholt, Bildsammlung Nr. 6159, Text: Wolfgang Tembrink
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Zur Vorgeschichte: Nachdem die Stadt Bocholt im Jahre 1878 an das Eisenbahnnetz angeschlossen worden war, ließ die Reichsbahn die Bahnhofsanlagen mehrfach erweitern. 1902 machte eine solche Maßnahme die Verlegung des Bahnüberganges zur Dingdener Straße erforderlich, und zwar in der Art, wie er sich heute noch darstellt. Vorher teilte sich die damalige Kaiserstraße in Höhe der heutigen Alfred-Flender-Straße, zweigte in diesem Bereich nach links ab und mündete beim Lokschuppen in den Mühlenweg. Nach der baulichen Veränderung mussten Radfahrer und Fußgänger nun einen weiteren Weg nehmen, um zum Fildeken oder zur dort befindlichen Spinnerei Ludwig Schwartz an der Rheinstraße zu gelangen.
Die im September 1906 gebaute Eisenbahnbrücke schuf hier Abhilfe, die den zahlreichen Fabrikarbeitern bei ihrem täglichen Gang nunmehr eine Abkürzung bot. Es soll sogar auch vorgekommen sein, dass Fahrradfahrer – statt den 500 Meter langen Umweg zu benutzen –, ihr Rad die Überführung hinauf- und auf der anderen Seite wieder heruntertrugen. Die Eisenbahnbrücke kam im Übrigen ebenso den zahlreichen Schulkindern zugute, die im Bereich der damaligen Sachsenstraße und des Mussumer Kirchwegs wohnten, um zügig und sicher zur 1910 eröffneten Fildekenschule zu gelangen.
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