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Foto des Monats März 2026 Brieftaubenzucht in Bocholt

02.03.2026 - Der ?Taubenexpress? als technischer Meilenstein. Historisches Motiv aus dem Stadtarchiv Das Foto des Monats März aus dem Stadtarchiv widmet sich der traditionsreichen Geschichte der Brieftaubenzucht in Bocholt. Was einst als Privileg dem Adel vorbehalten war, im 20. Jahrhundert zum Vergnügen Hunderttausender wurde und vor allem mit der Arbeiterschaft des Ruhrgebiets in Verbindung gesetzt wird, ist heute ein selten gewordenes Hobby, und zwar die Brieftaubenzucht.

Dass diese auch in Bocholt zu einem eifrigen Vereinsleben führte, soll das jetzige Foto des Monats zum Anlass nehmen. Der 1900 gegründete Brieftauben-Zuchtverein „Heimkehr“ ist der älteste seiner Art in Bocholt. Aus ihm gingen im Laufe der Jahre weitere Zuchtvereine hervor. Gemeinsam mit dem Bocholter Verein „Kurier“ und weiteren Vereinen aus Borken, Wesel, Rees, Emmerich und Schermbeck gründete sich 1912 in Bocholt der örtliche Dachverband der Brieftaubenvereine „Brieftauben-Reisevereinigung Bocholt“.

Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte das Brieftaubenwesen in Bocholt große Bedeutung. Sonntags gehörte es zum gewohnten Stadtbild, dass Vereinsmitglieder ihre Tauben in Körben zum Bahnhof brachten, von wo aus sie zu Wettflügen transportiert wurden. Die Wettflugsaison dauerte in der Regel von Mai bis September, während im Winter ausschließlich Leistungsschauen stattfanden.

In der Nachkriegszeit boomte die Brieftaubenzucht in Bocholt: 1952 existierten in der Stadt 20 Taubenvereine mit so hoffnungsvollen Namen wie „Kehre wieder“, „Reiselust“ oder „Grenzland-Bote“. 1964 lebten rund 20.000 Brieftauben – im Volksmund auch liebevoll „Rennpferde des kleinen Mannes“ genannt – in den Bocholter Schlägen. Das „Bocholter-Borkener Volksblatt“ witzelte damals, man könne Bocholt den Beinamen „Taubenstadt“ verleihen. Um den Transport der Tiere zu erleichtern, wurde 1956 ein sogenannter Kabinenexpress (LKW-Anhänger) angeschafft, der über einen Transportunternehmer betrieben wurde. 1961 folgte schließlich der eigene „Taubenexpress“ der Bocholter Reisevereinigung – ein Triebwagen mit Anhänger, der Platz für bis zu 9.000 Tauben bot. Die Jungfernfahrt dieses besonderen Fahrzeugs wurde feierlich begangen – im Führerhaus saßen der damalige Vorsitzende der Reisevereinigung Willi Spandern sowie Bernhard Terbeck und der Fahrer Prinzen, festlich gekleidet mit Frack und Zylinder, wie das vorliegende Foto festhält.

Foto: Stadtarchiv Bocholt, Bildsammlung Nr. 6064, Text: Hendrik Schlaghecken

Foto des Monats März 2026 Brieftaubenzucht in Bocholt

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