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Radtour gegen das Vergessen erinnert an die Verfolgung in Zeiten des Nationalsozialismus

03.06.2026 - Grenzübergreifende Radtour führte durch historische Orte in Aalten. Rückblick auf eine bewegende Veranstaltung Die ?Radtour gegen das Vergessen? führte am 31. Mai 2026 insgesamt 22 Teilnehmende durch historische Orte in Aalten und erinnerte an die Schicksale von Verfolgten während der Zeit des Nationalsozialismus. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Bocholter Initiative ?Bocholts Werte bewahren? gemeinsam mit dem Nationaal Onderduikmuseum in Aalten. Gefördert und unterstützt wurde das Projekt von EUROPE DIRECT Bocholt. Im Mittelpunkt stand die Erinnerung an die Kriegsjahre von 1940 bis 1945.

In dieser Zeit fanden in der damals rund 10.000 Einwohner großen Stadt Aalten etwa 2.500 von den Nationalsozialisten verfolgte Menschen Schutz. Radtour mit historischen Einblicken Nach der gemeinsamen Anreise aus Bocholt wurden die Teilnehmenden von Dr. Gerda Brethouwer begrüßt und im Museum empfangen. Anschließend startete eine rund 20 Kilometer lange Radtour durch die Region.

Geleitet wurde sie von Gerrit Nijman, der seit vielen Jahren Gruppen zu historischen Orten der Kriegszeit führt und wertvolle Informationen an den Stationen vermittelt. Während der Tour berichtete Nijman von engagierten Menschen, die den Verfolgten trotz großer Risiken geholfen hatten. Viele versteckten Geflüchtete in ihren Häusern oder auf Bauernhöfen in und um Aalten und schützten sie so vor der Entdeckung durch die Nationalsozialisten. Ebenso erinnerte er an einen Arzt, der ungeachtet von Herkunft und Nationalität Verwundete behandelte und sich für bessere Bedingungen in Arbeitslagern einsetzte. Für sein Engagement bezahlte er mit dem Leben.

Zu den besonders eindringlichen Stationen gehörten die Schilderungen einer SS-Razzia während eines Gottesdienstes in einer Aaltener Kirche sowie der Besuch der Gedenkstätte „De 46 van Rademakersbroek“. Sie erinnert an ein Massaker, bei dem 46 Menschen durch deutsche Besatzungstruppen ermordet wurden. Eine besondere Geste war für die Teilnehmenden der Besuch von Pfarrer Matthias Hembrock von der Bocholter Pfarrgemeinde St. Georg.

Mit persönlichen Worten betonte er die Bedeutung des Erinnerns und des gemeinsamen Einsatzes für Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie. Gemeinsames Freiheitsmahl zum Abschluss Nach der Rückkehr zum Nationaal Onderduikmuseum wurden die Teilnehmenden mit der traditionellen „Vrijheidssoep“ empfangen. Die jährlich von niederländischen Köchen neu entwickelte Freiheits-Suppe wird rund um den niederländischen Befreiungstag serviert und steht symbolisch für Freiheit, Zusammenhalt und Frieden.

Dazu wurden Krenten- und Rosinenbrot sowie Kaffee gereicht. Über das EUROPE DIRECT Bocholt Das EUROPE DIRECT Bocholt gehört zum Büro des Bürgermeisters und des Vorstands der Stadt Bocholt und ist die lokale Anlaufstelle für Fragen rund um die Europäische Union. Es hat die Aufgabe, den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort Informationen, Rat, Hilfe und Antworten auf Fragen zu Europa zu geben. Darüber hinaus ist es Ziel des EUROPE DIRECT Bocholt, europäisches Engagement zu fördern und über aktuelle europapolitische Geschehnisse zu informieren.

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