Zugprüfung soll Erhalt der Kastanien an der Aa vorerst sichern
23.04.2026 - Stadt Bocholt lässt Standfestigkeit markanter Bäume durch Experten prüfen Die Stadt Bocholt hat zwei etwa 80 Jahre alte Rosskastanien im Uferbereich der Aa einer aufwendigen Belastungsprüfung unterzogen. Mithilfe spezialisierter Sensoren untersuchten externe Sachverständige die Stand- und Bruchsicherheit der markanten Bäume hinter dem ehemaligen VHS-Gebäude. Ziel dieser Maßnahme ist es, die wertvollen Naturobjekte durch präzise Datenanalysen so lange wie möglich für das Stadtbild zu erhalten. Der Erhalt des städtischen Grüns ist eine wichtige Priorität für die Stadt Bocholt, weshalb regelmäßig Fachleute mit detaillierten Vitalitätsprüfungen beauftragt werden.
In dieser Woche untersuchten der Diplom-Agraringenieur Jörn Benk und sein Kollege Jonas Held vom Mülheimer Sachverständigenbüro Standort-Baum Expertise die beiden Kastanien an der Bocholter Aa. Dabei kam die sogenannte Inclino-Elasto-Methode zum Einsatz, die auch als „Zugversuch“ bezeichnet wird. Diese Form der Untersuchung liefert weit genauere Ergebnisse, als es eine rein optische Begutachtung durch Baumkontrolleure leisten könnte. So wurde jüngst in Abstimmung mit dem städtischen Entsorgungs- und Servicebetrieb (ESB) auch im Bocholter Langenbergpark eine massive Roteiche mittels dieses Verfahrens untersucht. „Bei diesem Verfahren wird mithilfe eines Seils und eines Kettenzugs eine künstliche Last in den Baum eingeleitet, die etwa 25 bis 30 Prozent einer möglichen Orkanlast entspricht“, erklärt der Baumsachverständige Jörn Benk. Hochsensible Sensoren messen dabei Veränderungen im Bereich von zwei tausendstel Millimetern am Holz sowie Neigungen von einem tausendstel Grad am Stammfuß.
Diese Daten erlauben es den Experten, den exakten Versagenspunkt des Baumes linear hochzurechnen, „ohne den Baum während der Prüfung zu schädigen“, so Benk. Ältere Rosskastanien, wie die beiden Exemplare an der Aa, sind aufgrund ihres weicheren Holzes und einer geringeren Widerstandskraft gegen holzabbauende Pilze oft früher instabil wird als beispielsweise Eichen oder Linden, erklärt der Experte. Da die Experten die Gewährleistung für die Standfestigkeit für einen gewissen Zeitraum übernehmen können – vorausgesetzt, die Messwerte fallen positiv aus - trägt dieses Verfahren aktiv dazu bei, Bäume zu retten, die andernfalls aus reiner Vorsicht hätten entnommen werden müssen. Bereits vor drei Jahren wurden die Kastanien an diesem Standort auf diese Weise erfolgreich geprüft und konnten so bis heute erhalten werden. Die Ergebnisse der aktuellen Messung bilden nun die Grundlage für die künftige Pflegeplanung.
Sollte die Belastbarkeit der Bäume nicht mehr für extreme Wetterereignisse ausreichen, können gezielte Rückschnitte in der Baumkrone den Lasteintrag bei Wind reduzieren und so die Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger wiederherstellen. Das fachmännische Gutachten stellt ein wichtiges Instrument dar, um den Kompromiss zwischen notwendiger Verkehrssicherheit und dem Wunsch nach dem Erhalt historischer Naturdenkmäler im Stadtgebiet nachhaltig zu lösen.
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Diese Daten erlauben es den Experten, den exakten Versagenspunkt des Baumes linear hochzurechnen, „ohne den Baum während der Prüfung zu schädigen“, so Benk. Ältere Rosskastanien, wie die beiden Exemplare an der Aa, sind aufgrund ihres weicheren Holzes und einer geringeren Widerstandskraft gegen holzabbauende Pilze oft früher instabil wird als beispielsweise Eichen oder Linden, erklärt der Experte. Da die Experten die Gewährleistung für die Standfestigkeit für einen gewissen Zeitraum übernehmen können – vorausgesetzt, die Messwerte fallen positiv aus - trägt dieses Verfahren aktiv dazu bei, Bäume zu retten, die andernfalls aus reiner Vorsicht hätten entnommen werden müssen. Bereits vor drei Jahren wurden die Kastanien an diesem Standort auf diese Weise erfolgreich geprüft und konnten so bis heute erhalten werden. Die Ergebnisse der aktuellen Messung bilden nun die Grundlage für die künftige Pflegeplanung.
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