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Aktuelle News aus Bocholt

Datum: 27.11.2018, 19:38 Uhr
So sieht "Kubaai" aus
Sieger-Entwurf des Investorenwettbewerbs für neues Stadtviertel vorgestellt // Ca. 200 Wohnungen geplant // „Grüne Identität mit historischen Spuren“

Bäume und viel Grün, autofrei, nah am Fluss inmitten einer kulturhistorischen Kulisse, in einer Top-Lage zwischen Innenstadt und Aasee: Das künftige Wohn- und Kulturviertel „Kubaai“* in Bocholt bekommt erstmals ein „Gesicht“. Stadtverwaltung, Investoren und Planer stellten jetzt einen Entwurf vor, wie die ehemalige Industriebrache in paar Jahren aussehen könnte.

Auf vier Baufeldern sollen rund 200 Wohnungen, sowohl zur Miete wie auch in Eigentum, entstehen, 20 Prozent davon sozial gefördert. So sieht es der Sieger-Entwurf des Investorenwettbewerbs vor, den die Stadt ausgerufen hatte. Das von der List-AG (Nordhorn) zusammen mit der „greeen architects gmbh“ (Düsseldorf) entworfene Konzept hatte von der Jury einstimmig den Zuschlag erhalten.

Familien, Paare, Senioren, Studenten sollen im Kubaai-Areal leben, dazu sind Gastronomie, Gewerbe und eine Kindertagesstätte vorgesehen, direkt neben der Kulisse des historischen Textilwerkes, in Sichtweite zur Bocholter Aa mit der bald fertig gestellten, opulenten Podiumbrücke, die zum Textilmuseum führt. Der denkmalgeschützte Staubturm ist markantes Element eines zentralen Platzes, an ihn fügt sich ein kleines Kulturhaus an. Großzügige Grünanlagen durchziehen das Viertel.

Alte Industriehalle als Parkhaus

Um das Quartier weitgehend autofrei zu halten, sieht der Entwurf an der Einfahrt ein mehrstöckiges Parkhaus vor, umrahmt von den noch erhaltenen Mauern der historischen, für die damalige Textilindustrie typischen Werkhallen mit den Sägezahndächern (sog. Scheddächer).

Überhaupt erinnern viele Details an die einstige Textilindustrie, die im Zeitalter der Industrialisierung das Stadtbild prägte. So sind die Dächer der geplanten Wohngebäude mit ihrer Neigung den Scheddächern alter Industriehallen nachempfunden. Bocholts Stadtbaurat Daniel Zöhler spricht hier von „historischer Spurensuche: Das Quartier erhält eine neue, grüne Identität, die im Kontrast steht zu seiner Industriehistorie.“

Landschaftsarchitekt und Vorsitzender der Jury, Friedhelm Terfrüchte, ergänzt : „Was wir hier sehen, ist ein Versprechen in die Zukunft und ´nichts von der Stange´.“ Die Entwürfe seien beispielhaft für andere Städte, wie man mit „Transformationsräumen umgehen“ könne. So seien in den Entwurf „Megatrends wie Klima und Mobilität“ eingeflossen.

Wie geht es weiter?

„Wir haben mit dem Entwurf eine tolle Grundlage jetzt gilt es, an den Einzelheiten arbeiten“, so Stadtbaurat Zöhler. Über die Grundstücksvergabe entscheidet der Bocholter Stadtrat.

Investor Alexander Micheel, Geschäftsführender Gesellschafter bei LIST Develop Residential GmbH & Co. KG, auf die Frage, wann begonnen werden könnte: „Am liebsten so schnell wie möglich. Im Jahr 2020 sollen hier die Bagger stehen.“

*Was ist Kubaai?

Das Kürzel „Kubaai“ steht für „Kulturquartier Bocholt Aa und Industriestraße“ und bezeichnet die Umwandlung einer historischen Industriebrache in ein neues Stadtviertel zwischen Bocholter Innenstadt und Aasee. Neben einem Kultur- und Bildungsschwerpunkt sollen hier in Zukunft Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten entstehen. Das im Zuge der Regionale 2016 geförderte Millionenprojekt gilt als eines der ambitioniertesten Bauprojekte der Bocholter Nachkriegszeit.





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