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Bocholt plant Ausbau der Geschwindigkeitskontrollen
 
16.09.2026 - Bocholt. Die Stadt Bocholt will ihre Geschwindigkeitsüberwachung ab 2028 ausweiten. Dafür stehen zwei unterschiedliche Konzepte zur Diskussion: Eine zweite semistationäre Blitzeranlage oder die technische Aufrüstung des vorhandenen Radarfahrzeugs. Der Ausschuss für Öffentliche Sicherheit, Ordnung und Feuerwehr soll sich am 29. September mit den Vorschlägen befassen.
 
Derzeit verfügt die Stadt über eine semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage, die regelmäßig zwischen verschiedenen Standorten wechselt. Hinzu kommen Geschwindigkeitsanzeigetafeln im Stadtgebiet. Eine weitere stationäre Messmöglichkeit könnte künftig dafür sorgen, dass mehr Standorte gleichzeitig kontrolliert werden können.
 
Zwei Varianten stehen zur Wahl
Die erste Variante sieht die Anschaffung einer zweiten mobilen beziehungsweise semistationären Blitzeranlage vor. Die Investitionskosten werden von der Verwaltung mit etwa 250.000 Euro angegeben. Für den zusätzlichen Betrieb wären außerdem rund 142.700 Euro Personalkosten pro Jahr vorgesehen. Dafür könnten etwa 1,2 zusätzliche Stellen erforderlich werden.
 
Die zweite Möglichkeit wäre deutlich günstiger bei der Anschaffung: Das noch vorhandene Radarfahrzeug des Ordnungsamtes könnte mit einer eigenen zusätzlichen Kamera ausgestattet werden. Dafür wären rund 50.000 Euro zu investieren. Der laufende Personalaufwand läge allerdings höher als bei der zweiten mobilen Anlage und wird mit etwa 166.000 Euro jährlich beziehungsweise knapp 1,8 zusätzlichen Stellen kalkuliert.
 
Radarfahrzeug bislang nur eingeschränkt im Einsatz
Das vorhandene Radarfahrzeug wird derzeit nur gelegentlich eingesetzt. Dabei wird eine Kamera aus der bestehenden mobilen Messanlage verwendet. Während dieser Zeit steht die Kamera für den regulären Einsatz der semistationären Anlage nicht zur Verfügung.
 
Mit einer eigenen Kamera könnte das Fahrzeug unabhängig eingesetzt werden. Allerdings gibt es auch Einschränkungen: Die Messungen wären an die Einsatzzeiten des Personals gebunden. Zudem kann das Fahrzeug jeweils nur eine Fahrtrichtung überwachen.
 
Die semistationäre Anlage arbeitet dagegen automatisch und kann rund um die Uhr eingesetzt werden. Allerdings ist ihr Standortwechsel mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Die Anlage muss an jedem neuen Standort eingerichtet, ausgerichtet und kalibriert werden. Auch äußere Bedingungen wie Sonneneinstrahlung, parkende Fahrzeuge oder Äste können die Messungen beziehungsweise die Qualität der Aufnahmen beeinflussen.
 
Stadt rechnet mit zusätzlichen Einnahmen
Nach den Berechnungen der Verwaltung sollen sich beide Varianten über zusätzliche Bußgeldeinnahmen finanziell tragen. Für das Jahr 2026 erwartet die Stadt nach den vorliegenden Angaben Einnahmen von rund 467.000 Euro aus Geschwindigkeitskontrollen.
 
Gleichzeitig geht die Verwaltung davon aus, dass die Einnahmen langfristig zurückgehen könnten, weil sich Verkehrsteilnehmer zunehmend an bekannte Kontrollstellen gewöhnen. Bei der Anschaffung einer zweiten semistationären Anlage wird mit einer Amortisation der Investitionskosten innerhalb von rund 1,2 Jahren gerechnet.
 
Welche Variante tatsächlich umgesetzt wird, ist noch offen. Die politische Beratung im Ausschuss am 29. September soll zunächst die Grundlage für die weitere Entscheidung schaffen.
 
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