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Stadtgeschichte Der Ehrenfriedhof für die Kriegsopfer 19391945

02.11.2026 - Foto des Monats November 2026 Das ?Foto des Monats" des Bocholter Stadtarchivs zeigt im November den Ehrenfriedhof für die Kriegsopfer des Zweiten Weltkriegs. Zum Fest Allerheiligen 1954 übergab die Stadtverwaltung auf dem städtischen Friedhof an der Blücherstraße die neu gestaltete Ehrenanlage im Gedenken an die im Weltkrieg 1939-1945 gefallenen Soldaten und zivilen Opfer aus Bocholt. Es waren rund 700 an der Zahl, die hier während dieser Zeit durch Kriegsgewalt ihr Leben ließen.

Bislang ruhten sie auf vier verschiedenen Grabfeldern innerhalb des Friedhofs und erhielten nunmehr eine einheitliche und würdige Ruhestätte im Zentrum des Begräbnisplatzes. 1951 begannen die Planungen zur Anlage des neuen Ehrenfriedhofes. Sachverständige des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Landesverband NRW gaben nach zweijähriger Projektarbeit ihre Zustimmung für die vom städtischen Garten- und Friedhofsamt hergestellten Entwürfe. Diese sahen die Schaffung einer mit Rasen bedeckten Fläche mit durchlaufender Mittelachse vor, die zu einem vier Meter hohen, aus Ruhrsandstein gefertigten Hochkreuz führen sollte. Von dem breit gehaltenen Mittelgang ermöglichten einzeln verlegte Steinplatten den Zugang zu den jeweiligen Gräbern.

Deren Grabkreuze stellte man aus dem gleichen Steinmaterial wie das Hochkreuz her. Jeweils vier Grabstellen erhielten ein Gedenkkreuz, wobei auf deren Vorder- und Rückseite nach Möglichkeit zwei Namen eingemeißelt wurden. Die Beschriftung erfolgte einheitlich, immer mit dem Vor- und Zunamen sowie dem Geburts- und Todesjahr des Kriegsopfers. Zwischen den Gräbern pflanzte man gemäß seinem stillen und bescheidenen Charakter Schneeheide (Erica carnea) an.

In lockeren Gruppen setzten die Gärtner junge Birken, nur für die äußere Umrandung verwendeten sie Laubhölzer. Hinter dem Hochkreuz wuchsen Douglasfichten. Der neue Ehrenfriedhof wurde mit der bisherigen, am Rondell innerhalb des Knotenpunktes der Hauptwege befindlichen Anlage verbunden. Dort ruhten die Opfer des Ersten Weltkrieges 1914-1918.

Beide Gedenkstätten verband man nunmehr durch eine nordöstlich verlaufende, mit Birken bepflanzte Allee, die ihrerseits Kriegsgräber dies- und jenseits des Weges aufnahm. Die Arbeiten zur Anlage der 9.600 qm großen Grabfläche begannen im Frühjahr 1954. Stammpersonal und Pflichtarbeiter halfen bei der Bergung der sterblichen Überreste und deren Überführung auf das neue Grabfeld.

Am 1. November 1954 strömten Tausende zum Friedhof und gedachten ihrer Angehörigen und der Bombenopfer auf der neuen Ehrenanlage, deren Grabpflege die Stadt übernahm und so den Opfern ein auf Dauer ausgerichtetes Ruherecht zusicherte. Foto: Stadtarchiv Bocholt, Bildsammlung Nr. 2975; Text: Wolfgang Tembrink

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