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Tiernotruf Bocholt kann nicht mehr - Tierleid, Vorwürfe und Bedrohungen
 
16.09.2026 - Bocholt. Der Tiernotruf Bocholt e.V. sieht sich gezwungen, seine Arbeit vorübergehend für einen längeren Zeitraum zu pausieren. Diese Entscheidung fällt den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern des Vereins alles andere als leicht.
 
Seit längerer Zeit ist der Verein mit krankheits- und urlaubsbedingten Ausfällen konfrontiert. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Aufgaben lasten zunehmend auf den wenigen verfügbaren Helferinnen und Helfern. Gleichzeitig sind die ehrenamtlich Tätigen selbst beruflich, familiär und privat stark eingebunden.
 
„Wir können nicht mehr“, lautet deshalb die ehrliche und notwendige Konsequenz. Die Entscheidung sei nicht gegen die Tiere gerichtet – im Gegenteil: Gerade weil den Mitgliedern das Wohl der Tiere besonders am Herzen liege, müsse nun eine dringend benötigte Auszeit genommen werden.
 
Der Tiernotruf arbeitet vollständig ehrenamtlich und unentgeltlich. Es gibt keine bezahlte Leitstelle und keinen hauptamtlichen 24-Stunden-Dienst. Die Helferinnen und Helfer stehen grundsätzlich sieben Tage in der Woche für Tiere in Not zur Verfügung und investieren dafür einen erheblichen Teil ihrer Freizeit.
 
Hinzu kommt die hohe emotionale Belastung der Einsätze. Schwer verletzte Tiere, langwierige Versorgungen, verwahrloste Tiere und die Begleitung von Tieren in ihren letzten Lebensminuten gehören zu den besonders belastenden Situationen, mit denen die Ehrenamtlichen regelmäßig konfrontiert werden.
 
Zusätzlich berichten die Vereinsmitglieder von zunehmenden Beschimpfungen, Drohungen und Vorwürfen, wenn Anfragen nicht sofort beantwortet oder Einsätze nicht unmittelbar übernommen werden können.
 
Der Verein möchte deshalb deutlich machen: Hinter dem Tiernotruf stehen Menschen. Menschen mit eigenen Familien, Berufen, Tieren und einem Privatleben – Menschen, die helfen möchten, aber ebenso persönliche Grenzen haben.
 
„Wir brauchen Zeit zum Durchatmen, für unsere Familien, unser Privatleben und dafür, wieder neue Kraft zu schöpfen“, erklärt der Verein. Die Hoffnung sei groß, nach der Pause gestärkt und mit neuer Energie für die Tiere zurückkehren zu können.
 
Gleichzeitig richtet der Tiernotruf ein herzliches Dankeschön an alle Menschen, die den Verein in dieser schwierigen Situation unterstützen. Besonderer Dank gilt denjenigen, die selbst Fahrten übernehmen, Tiere sichern und versorgen, bis weitere Hilfe möglich ist, und den Ehrenamtlichen mit Verständnis und Respekt begegnen.
 
Die aktuelle Pause bedeutet nicht, dass den Helferinnen und Helfern die Tiere weniger wichtig sind. Sie ist vielmehr notwendig, damit ehrenamtliche Hilfe auch langfristig möglich bleiben kann.
 
Denn auch Helferinnen und Helfer haben Grenzen. Auch Helferinnen und Helfer brauchen manchmal Hilfe.
 
Tiernotruf Bocholt kann nicht mehr - Tierleid, Vorwürfe und Bedrohungen

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